Methode und Diplome

Die Kinder der Klasse erhalten eine Schwimmweste. Diese Weste ist die Schwimmhilfe, die dafür sorgt, dass die Kinder auch in tiefem Wasser sicher üben können. Der andere große Vorteil dieser Westen ist, dass die Kinder sämtliche Bewegungsfreiheit haben und im Wasser experimentieren können. Von der ersten Stunde an, egal wie viel Erfahrung ein Kind hat, wird die Weste für kürzere oder längere Zeit ausgezogen. Indem das Kind zunächst mit der Weste übt, gewinnt es Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten. Die Weste sorgt dafür, dass das Kind über Wasser bleibt, aber es muss sich aktiv mit ihr bewegen. Nachdem die neue Fähigkeit mit der Weste geübt wurde, kann dieselbe Fähigkeit ohne die Weste geübt werden. Durch diesen ständigen Wechsel spürt das Kind, wie es seinen eigenen Körper zum Schwimmen einsetzen kann. Natürlich fangen wir am Anfang an. Ins Wasser gehen und wieder herauskommen. Ein Kind springt ohne zu zögern ins Wasser, während ein anderes mit großer Mühe ins Wasser klettert und sich dabei am Beckenrand festhält. Alles ist gut – jedes Kind hat eine andere Ausgangsposition und wird das Schwimmen in seinem eigenen Tempo meistern. Wir nennen diese Phase Wassergewöhnung. Dazu gehört auch, mit offenen Augen unter Wasser zu sein. Ohne Schwimmbrille, versteht sich. Das Ziel ist, dass die Kinder nach dieser ersten Phase ins Wasser springen, mit offenen Augen unter Wasser gehen und das Ufer wieder erreichen können.

Es ist wichtig, dass Kinder – und natürlich auch Erwachsene – lernen, wie sie ihre Arme, Hände, Beine und Füße einsetzen können, um sich im Wasser vorwärts zu bewegen. Wir nennen dies die Entwicklung des Wassergefühls. Sobald dieses Gefühl gut entwickelt ist, kann das Erlernen der vier Schwimmstile beginnen. Rückenschwimmen, Brustschwimmen, Rückenkraul und Brustkraul. Der Teil des Unterwasserschwimmens ist ebenfalls wichtig.  Ich verwende gerne viel Material in meinem Unterricht. Die Abwechslung sorgt dafür, dass die Kinder neugierig bleiben und immer wieder etwas Neues lernen wollen. Reifen, Aufkleber, Oberflächenmaterialien, eine große Matte, ein Schlauchboot… „Schwimmen mit Imke“ hat alles, was man für einen lustigen Unterricht braucht.  Ich arbeite viel mit Tafeln. Piktogramme, die die Kinder einladen, selbstständig zu arbeiten und sich selbst zu beschäftigen, da gibt es kein Warten am Rande!

Das niederländische und das österreichische Diplom unterscheiden sich erheblich in ihren Anforderungen. Das niederländische System umfasst insgesamt sechs Diplome. Die ersten drei Diplome – A, B und C – konzentrieren sich auf das sichere Schwimmen im Schwimmbad und im See.


A: Hier erlernen die Schwimmer grundlegende Techniken wie den sicheren Einstieg ins Wasser und die richtigen Sicherheitsvorkehrungen. Sie sind in der Lage, in einem Becken zu schwimmen, in dem sie nicht stehen können, und können sich im Fall von Erschöpfung selbstständig an den Beckenrand retten.


B: Diese Stufe baut auf den Grundlagen auf. Schwimmer können nun längere Strecken zurücklegen, sich sicher in tieferen Becken bewegen und auch in größeren und belebteren Schwimmbädern gut zurechtfinden.


C: Auf dieser Stufe sind die Schwimmer bereits voll ausgebildet. Sie können problemlos im See schwimmen, auch bei längeren Distanzen. Sie sind in der Lage, in herausfordernden Situationen wie dem Umfallen eines Bootes oder dem Durchschwimmen von Hindernissen sicher zu agieren.


Nach dem erfolgreichen Abschluss des C-Diploms folgen drei weitere Stufen für fortgeschrittene Schwimmer, die besondere Herausforderungen suchen.


Die drei weiteren Diplome richten sich an echte Wasserratten! In diesen Stufen werden fortgeschrittene Fähigkeiten wie Rettungsschwimmen, Unterwasserkurse und die Grundlagen des Wettkampfschwimmens vermittelt. Die ersten drei Stufen (A, B, C) sind jedoch die wichtigsten und bilden das Fundament für das sichere und selbstständige Schwimmen.